Lage, Lage, Lage!

Nach meinen Posts über allgemeinen Vertrieb – direkter oder indirekter Vertrieb, Multi-Channel oder Single-Channel – dem neuen Omnichannel und dessen Wirken in der Fashion-Branche möchte ich nun diese Serie über Vertriebskonzepte mit einem letzten Post beenden. In diesem will ich folgende Frage thematisieren:

Wie sieht ein erfolgreicher Vertrieb für ein neu gegründetes Designer-Label der 50er Jahre aus?

Gegeben ist hochwertige, nachhaltige Damenoberbekleidung im Stil der 50er Jahre.

Dahinter steht eine junge, studierte und kreative Gründerin, die die Mode selber trägt und mit ganz viel Herz verkörpert.

Angedacht war ein Multi-Channel-Konzept, das den direkten Vertrieb über den eigenen Online-Shop parallel zum indirekten Vertrieb über stationäre Kommissionhändler laufen ließ.

Rückblickend nach knapp einem Jahr lassen sich folgende Schlüsse ziehen:

1. Der Umstatz über den eigenen Online-Shop verlief bis auf einzelne Verkäufe enttäuschend…

  • erhebliche Probleme bei der Konzeptionierung und Umsetzung zusammen mit einem Webdesigner sowie das Vernachlässigen von SEO und SEA können Gründe sein. Auch will ein High Involvement Produkt im Premium-Segment angefasst werden – so lassen sich Material, Verarbeitung und Qualität erkennen und schätzen.

2. Der Stationäre Kommissionhandel hielt nicht das, was er versprach…

  • Einfluss, Beratung, Kontakt mit dem Kunden werden hier komplett an den Händler abgegeben. Ein High Involvement Produkt will aber erklärt werden. Hier ginbt man die Zügel zu leicht aus der Hand.

3. Externe online Shoppingplattformen sind eine gute Umsatzbasis und können den Bekanntheitsgrad erhöhen…

  • Das haben auch unsere Gründer erkannt. Rund 50% des Umsatzes wird hieraus generiert.

Vorausschauend für 2013 und unter Einbeziehung der oben genannten Probleme und Rückschlüsse haben wir unseren Gründern geraten einen eigenen stationären Laden zu eröffnen.

Trotzdem, warum sollte man auf weitere Kanäle verzichten? Eine Studie zeigt, weiterhin konsumieren Kunden auf verschiedensten Wegen: Stationär im Geschäft, online über das Internet und nun auch mobil über das Tablet oder das Smartphone.

Doch die Marktnische, die mit den wunderschönen Kleidern, Röcken, Blusen und v.m. inspiriert von den 50er Jahren angesprochen wird, möchte dieses Produkt auch gerne anfassen, sich selbst von Schnitt,Material und Qualiät überzeugen.

Wichtig bei der Standortwahl ist demnach also: WO FINDE ICH MEINE ZIELGRUPPE/ABSATZMARKT?

Eine kurze Checkliste mit Kriterien, auf die man bei der Standortwahl achten sollte:

1. Der Markt ( Kunden & Konkurrenz auf der einen, Synergien auf der anderen Seite)
2. Flächenangebot und deren Kosten, aber auch Förderungen für bestimmte Standorte sind möglich
3. Das Umfeld (Verkehrsanbindungen, Lieferanten, Arbeitskräfte, Branchentypische Hubs)
4.Weiche Faktoren (Image, Verwaltung und dessenGründerfreundlichkeit, Lebensqualität).

Natürlich liegen hier die Gewichtigungen eines jeden einzelnen Start-Ups woanders. Vielleicht kann dieser Workshop auch ein weinig weiterhelfen, wie man sich bei der Gründung in der Modebranche auf den unterschiedlichsten Feldern bewegt und insbesonderen den Vertrieb organisiert.

In diesem Sinne möchte ich mich verabschieden und mich für das Themenfeld im Allgemeinen und für die Bloggingerfahrung im Besonderen bedanken. Es war für mich eine neue und spannende Erfahrung, die ich auch weiterhin als Researchtool nutzen werden.

K

One thought on “Lage, Lage, Lage!

  1. Der Laden ist eine Visitenkarte des Unternehmens. Die Eröffnung eines stationären Ladens ist eine, wie ich finde, aufregende und spannende Angelegenheit. Es gehört, wie so oft im Leben auch hier eine Menge Mut, Disziplin und Organisation dazu (und natürlich das Quäntchen Glück)
    “Greta & Luis” haben zum Beispiel den fünften Laden in Berlin eröffnet. http://www.gretaundluisblog.com/2013/01/shop-eroffnung/

    Ein eigener Store bietet den direkten Kontakt mit den Kunden und das Unternehmen erhält auch sofort eine Resonanz zu beispielsweise den Produkt. Um jedoch diesen Kontakt aufzubauen, muss man eine Menge tun. Du hast da eine gute und kurze Checkliste erstellt, die bei der Auswahl und Suche von geeigneter Verkaufsfläche berücksichtigt werden sollte.

    Ein weiterer Faktor ist dann sicherlich die Gestaltung des Ladens, insbesondere im Hinblick auf die Zielgruppe von Yvonne Warmbier. Die Ausstattung des Shops sollte die Kunden ansprechen und die Kaufentscheidung positiv unterstützen.

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