Gemeinschaft schlägt Hierarchie

Vier verschiedene Gäste – vier verschiedene Bereiche: vom Bioladen über Beratung bis hin zum Bau – doch in einem waren sich Beate Sommer, Bioladen Gaumenweide, Dr. Frank Becker, Siemens, Rainer Dandyk, Unitcell und Lars Späth, Passavant Geiger GmbH einig: früher war alles anders.

Die Unternehmensführung hat sich in den vergangenen Jahrzehnten rasant verändert.

Sprach man in der Vergangenheit über das klassische Management:

– Organisieren

– Planen

– Messen & Kontrollieren

so sind heute andere Aufgaben und ein anderer Fokus ist gelegt: Innovation – Leidenschaft – Werte.

Dahinter stehen die Mitarbeiter, die auch immer mehr in den Fokus rücken:

Employees first, customers second.

CEO Vinnet Nayar formuliert den Mitarbeiteraspekt auch so: “… the lifeblood of every organization

Und nicht nur er sieht das CEO-Konzept sich wandeln. Laut Managementvordenker Gary Hamel kommt es auf drei wesentliche Dinge an, auf die sich Unternehmen zukünftig einstellen müssen:

1. Der unvorhersehbare Wandel und auch das Tempo hat sich im Laufe der Jahre erhöht -> was gebraucht wird sind Organisationen und Geschäftsmodelle, die sich schnell anpassen können, denn sie sind gezwungen sich im Wandel zu verändern.

Auch Patrick Stähler meint, das Ungewisse für die zukünftige Unternehmensentwicklung resultiert aus dem unvorhersehbaren Wandel. Offenes Andersdenken, Geschäfts- und Ertragsmodelle aus einem anderen Blickwinkel und Standpunkt betrachten bringt Unternehmen in Zukunft weiter.

2. Stärker werdender Wettbewerb durch Globalisierung und Öffnung der Märkte. Eintrittsbarrieren werden sukzessive abgeschafft -> Konkurrenz belebt das Geschäft. Hier müssen Innovationen und Kundennutzen her, die sich von anderen Wettbewerbern abgheben.

3. Anstatt Wissen will man mehr Kreativität -> In der heutigen Zeit hat fast jeder Zugang zu Informationen, egal in welchem Gebiet. Diese Informationen in kreative Lösungen zu verpacken ist die Zauberformel.

Diese drei Schritte können jedoch in der klassischen Managementlehre kaum Platz finden, in der strikte Regelungen und starre Hierarchien gelten. Wenige Spitzenkräfte treffen allein die Entscheidungen, Mitarbeiter werden nicht in den Entwicklungsprozess mit eingebunden. Hier liegt das Interesse eher an eigener Beförderung als Innovationen anzubringen. Das Kernproblem ist hierbei unüberwindbare HIERARCHIEN.

Das traditionelle CEO-Konzept also ist schon lange nicht mehr aktuell.

Dem stimmen auch unsere o.g. Gäste zu. War es früher gang und geben, dass der Chef dem Mitarbeiter gesagt hat was zu tun ist ohne Widerwillen und Nachfragen, ist der Mitarbeiter in der Aufgabenvergabe involviert. Stellt Verständnisfragen, gibt sogar Verbesserungsvorschläge und Kritik von sich. Denn eigentlich ist es der Mitarbeiter selbst, der am nahesten dem Produkt oder Service steht.

Gary Hamel schlägt vor: eine neue Managementarchitektur muss her: Sie besteht aus den Bestsellern des vergangenen  Jahrhunderts:

Die Kontrolle des Managements – das Organisationstalent der Bürokratie  – die Freiheit des Internets

Gemeinschaft schlägt Hierarchie: Offenheit, Transparenz, Gemeinschaft, Flexibilität fördert Innovationen, die Unternehmen weiterbringen.

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Machtkonzentration bremst Fortschritt und ist nicht gerade die beste Basis um Vertrauen zu schaffen. Aus Angst Vertrauen machen, aus Hierarchien Gemeinschaft bringt das Unternehmen innovativ weiter und kann es fit für die Zukunft machen. Denn was die Wirtschaft und Gesellschaft noch erwartet ist ungewiss…

K

4 thoughts on “Gemeinschaft schlägt Hierarchie

  1. Hallo zusammen,
    gestern habe ich noch meinen Blog geschrieben und heute betont der Prof genau einer der drei Dinge, die das Management der Zukunft ausmacht: KREATIVITÄT.

    Ohne diese werden nur mittelmäßige bis schlechte Lösungen für Problem- und Aufgabenstellungen erbracht. Was nicht nur an den Manager, sondern an alle Berufstätigen gerichtet ist, schafft problemorientierte Lösungsansätze, optimale Verwendung von Ressourcen. Auch im Bereich der Unternehmenesbewertung ist genau dieser Denkansatz gefragt. Anstatt die Formeln der Bewertungsmethoden herauszukramen und nur die vom Kunden gelieferten Zahlen mechanisch einzutackern, ist KREATIVITÄT im legalen Rahmen gefragt.

    – Was will der Kunde wirklich mit dieser Unternehmensbewertung erreichen?
    – Welcher Ansatz und Grund liegt dafür vor?

    So wie Patrick Stähler auch immer wieder hinterfragt: “Wo ist der Customer Benefit?”

    Sollte nicht unser Motto sein: Wissen ist gut, Kreativität ist besser?

  2. Das Thema lässt mich irgendwie nicht los und begegnet mir immer wieder in verschiedenen Texten und Berichten.
    http://www.morgenpost.de/wirtschaft/article112491553/Geheimrezepte-der-deutschen-Firmenchampions.html

    Hier geht aus einer Studie von Accenture “Deutschlands Top-500 – Mit kontinuierlicher Transformation zu Spitzenleistungen”hervor, dass die führdenen Unternehmen als Erfolgsrezept die kontinuierliche Transformation der Unternehmen sehen. Nur so können sie gegen den harten Wettbewerb bestehen und sich für die Zukunft rüsten.

    Weiterhin wird eine werteorientierte Unternehmensführung immer mehr in deutschen Unternehmen gelebt, wo auch insbesondere die Mitarbeiter eine wichtige Rolle spielen.

  3. Ich stimme dir zu, dass Hierarchien durchaus die Kreativität des Einzelnen beeinflussen wenn nicht sogar “töten” können. Das trifft insbesondere dann zu, wenn Entwicklungsvorschläge mit jeder weiteren Stufe in der Hierarchie – üblicherweise in Form einer Pyramide – immer weiter “verwässert” werden und der Entscheidungsprozess hinausgezögert wird. Dies soll nicht bedeuten, dass es keine Hierarchien im Unternehmen mehr geben darf. Vielmehr sollte eine sinnvolle, einfache und notwendige Unternehmensstruktur bestehen. Unternehmen wie z.B. T-Systems verschlankt nun in diesem Jahr die Strukturen. Die Kosten sind meiner Meinung nach nur ein Grund. http://www.infosat.de/Meldungen/?msgID=70368

  4. Hey,
    das mit der Kreativität war das Thema meines ersten Blogs!
    Das Problem ist, dass tolle Ideen schön und gut sind – aber heutzutage will man in den Führungsetagen, wie auch unsere Profs, diese auch genau belegt und fundiert haben. Diese modelhaftigkeit bremst die Kreativität etwas aus. Für viele Ideen gibt es einfach keine Zahlen und Belege… die muss man einfach ausprobieren, für die hat der ein oder andere einfach ein Gespür… aber das ist mit Kosten verbunden. Und da Geiz geil ist, schreckt man davor zurück und lässt es lieber sein.

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