20 Prozent auf alles, außer…! Achtung, ein Rabattgewitter zieht auf.

Der Werbeslogan „Geiz ist geil“, den einst ein großer Elektronikhändler prägte, klingelt  bei mir und vielleicht auch noch bei anderen im Ohr. Aber ist das wirklich so? Ist unser Konsumverhalten tatsächlich so geprägt, dass wir nur noch sparen und Rabatte sowie jegliche Bonussysteme mitnehmen wollen?

Oftmals stelle ich beim „Bummel“ durch die Läden fest, dass die Einzelhändler geradezu den Konsumenten mit Rabatten und Bonussystemen überwerfen. Doch was steckt dahinter?

Bei meiner Recherche bin ich auf zwei Lager, ja fast schon Religionen, gestoßen.

Die Befürworter vertreten die Ansicht, dass durch ein gut durchdachtes und einfaches Bonussystem die Kunden zum „Wiederholungstäter“ werden und weitere Güter oder Dienstleitungen konsumieren.  Das Unternehmen kann dadurch eine bessere Kundenbindung erreichen und eine wichtige Stammkundschaft weiter ausbauen. Die Umsatzzahlen steigen!

Meiner Meinung nach hat dies gerade auch für den stationären Handel einen weiteren positiven – vor allem visuellen – Effekt.  Dadurch, dass gute Bonussysteme im Idealfall die Kunden wieder in den Laden ziehen werden auch Passanten auf das „rege Treiben“ aufmerksam und gehen in das Geschäft. Ein leeres Geschäft lockt die Kunden nicht an – so auch meine Erfahrung.

Die Gegner sind u.a. der Auffassung, dass zu viele Bonussysteme angeboten werden und der Kundenvorteil oftmals nicht zu erkennen ist.

Wie heißt es so schön? In der Dosis liegt das Gift!

Ausgeklügelte Rabatt- bzw. Bonus-systeme haben durchaus das Potential, den Kunden anzulocken und  zu binden.  Aber der Einsatz sowie Konsum dieser „Droge“ sollte behutsam erfolgen.

Vielleicht sind ja Wahrhinwiese sinnvoll: „Achtung, ein Rabattgewitter zieht auf!“😉

3 thoughts on “20 Prozent auf alles, außer…! Achtung, ein Rabattgewitter zieht auf.

  1. Ein sehr interessanter Artikel zum Konsumverhalten.
    Bei penetranter Radio- und Fernsehwerbung kann man nur hoffen, dass der potentielle Kunde woanders kauft! Die Schnäppchen, die von gewissen Elektronik Märkten als solche angepriesen werden stellen sich im Nachhinein wohl oft als veraltet oder in Ihrer Funktion als eingeschränkt heraus – von den Lockangeboten mal abgesehen!

    Andreas Pogoda und Jürgen Kindervater haben die Kampagne analysiert, das Ergebnis findet Ihr hier:
    http://www.horizont.net/aktuell/marketing/pages/protected/Saturn-Slogan-stoesst-bei-Markenexperten-auf-Kritik_72863.html

    Dass Geiz nicht immer geil ist schreiben einige Nutzer auf folgender Seite:
    http://www.trustpilot.de/review/www.saturn.de

    In der Presse war ja immer mal wieder zu lesen, dass das Hauptproblem der Kunden- und Rabatkarten der Datenschutz des Kunden sei, mehr dazu hier:
    http://www.bwr-media.de/datenschutz/2812_kundendatenschutz-stiftung-warentest-29-kundenkartenprogramme-im-test/

    Wie aber implementiert und lebt man denn nun CRM?
    Ich habe dazu einen sehr detaillierten Artikel gefunden, wie Online Shops ohne Lärmbelästigung Kunden an sich binden können:
    http://www.estrategy-magazin.de/crm-fur-onlineshops-massnahmen-zur-kundenbindung.html

    Übrigens bekommt Chuck Norris auch auf Tiernahrung 20% … ;-)!

  2. upps… hab´ mich gerade dabei erwischt, als ich einen Einkauf bei amazon storniert habe, weil ich doch noch einen Gutschein-Code über 10 € rumliegen sehen habe. Und da musste ich unbedingt diesen Post kommentieren.

    Das Pro und Contro finde ich sehr gelungen und auch Deine eigene Ansicht sowie Deine damit verbundene Idee hat mich inspiriert. Sicherlich tun sich Kunden schwer in einen verlassenen und leeren Laden zu gehen, als in einen gut besuchten. Dennoch denke ich, dass große Rabatt- und Coupon Aktionen, die auch an Schaufenster und auf Aufstellern prangen auch schnell “billig”, “alles muss raus”, “das ist out” assoziieren können. Es ist voll, alle wühlen sich von einem Tisch zum anderen – manchmal meide ich auch diese Rabattaktionen bewusst, um der Hektik zu entgehen und nehme dann auch den verpassten monetären Vorteil in Kauf. Puhhh, nur gut, dass ich das bei amazon nicht zu spüren bekommen.

    Was ich noch gefunden habe ist von Deinem Gedanken nicht weit entfernt: Ungenutzte Coupons können einen höheren Umsatz generieren als solche die eingelöst werden. Begründet wird dies durch die Bekanntheit, die erhöht wird. Der Kunde nimmt durch die Coupons Marken und Produkte war, die vielleicht bis dahin für ihn noch völlig unbekannt waren.

    Mein Urteil würde dann lauten: Der Kunde kann selbst entscheiden, ob er den Coupon einlöst oder nicht – der Unternehmer sollte auf jeden Fall an diesem Werbemittel festhalten, denn langfristig zahlt es sich aus.

    http://www.harvardbusinessmanager.de/heft/artikel/a-844907.html

  3. Diese Rabattaktionen können den Händler aber auch ganz schnell in eine Katastrophe befördern. Der Praktiker Baumarkt zum Beispiel, auf den ja auch deine Überschrift bezogen ist, hat durch die 20% auf alles Aktion massive Verluste erlitten, weil die Kunden einfach nur noch während der Aktionen gekauft haben und sonst fernblieben.

    “Die Baumarktkette war wegen ihrer jahrelangen Billigstrategie (“20 Prozent auf alles”) und aufgrund von Missmanagement tief in die roten Zahlen gerutscht. 2011 machte das Unternehmen mehr als 500 Millionen Euro Verlust. Unter den Anteilseignern gab es zuletzt Streit um den eingeschlagenen Sanierungskurs.”

    http://wirtschaft.t-online.de/neue-spitze-bei-angeschlagener-baumarkt-kette-praktiker-/id_60281732/index

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