Bio bei Textilien

Beschäftigt man sich mit dem Begriff Bio im Bereich Mode, muss man sich zunächst bewusst machen, dass es verschiedene Kriterien gibt, die ein Kleidungsstück erlauben das Qualitätsmerkmal Bio zu tragen.

Für Nahrungsmittel gibt es das staatlich anerkannte Bio-Siegel. In der Textilbranche ist die Zertifizierung von Bio-Produkten leider noch unübersichtlich. Die Gewährleistung von Produktqualität und Transparenz innerhalb der Wertschöpfungskette ist noch nicht einheitlich geregelt.

Allerdings sind in jüngerer Vergangenheit einige Siegel entstanden, die dem Konsumenten helfen sich zu orientieren
http://www.modeaffaire.de/magazin/aktuelles/bio-siegel-fur-textilien/

Es gibt eine Vielzahl voneinander unabhängiger Gütezeichen, die dem Käufer Hinweise auf die verantwortungsvolle Produktionsweise des Kleidungsstücks geben.

Der International Verband der Naturtextilwirtschaft, IVN, beschäftigt sich intensiv mit den Standards im Bereich Bio bei Textilien und hat im Zuge dessen die BEST-Richtlinien herausgegeben.Naturfasern

Unternehmen die entsprechend dieser Richtlinien produzieren, verpflichten sich z.B. als Basismaterial aller Produkte 100% Naturfasern zu verwenden, die aus biologischem Anbau oder kontrolliert biologischer Tierhaltung stammen. Ausführliche Informationenüber die BEST-Richtlinien gibt es hier.

Ein weiterer vom IVN herausgegebener Standard ist das GOTS-Siegel (Global Organic Textile Standard): Es gilt zurzeit als umfassendstes Gütesiegel, da es sowohl ökologische als auch soziale Bedingungen berücksichtigt.
Die Ansprüche des GOTS liegen etwas unter denen des BEST.

Unbenannt

Trans Fair ist ein weiteres eingeführtes Siegel. Es schützt in erster Linie (Textil-)produzenten und weiterverarbeitende Betriebe.

Fair Trade agiert weltweit und hat es sich zur Aufgabe gemacht durch gerechtere Handelsbeziehungen Armut zu bekämpfen. Die Situation benachteiligter Produzentenfamilien in Asien, Afrika und Südamerika soll nachhaltig gestärkt werden.

Die vielfältigen Kriterien, die berücksichtigt werden müssen um eine Textile als BIO zu bezeichnen, machen einheitliche Siegel so schwierig.

Der Verbund KORREKTE KLAMOTTEN, das Netzwerk der neuen öko-fairen Modeszene, wie es sich selbst bezeichnet, legt seinen Schwerpunkt auf die Selbstverpflichtung  seiner Mitglieder zur Nachhaltigkeit.

Ihr Kriterienkatalog, der regelmäßig überarbeitet und angepasst wird, beinhaltet folgende Überschriften:

1 Mensch und Umwelt vor Profit
2 Kooperation statt Konkurrenz
3 Politisches Engagement
4 Cosmopolitische Grundhaltung
5 Arbeitnehmer
6 Transparenz
7 Ökologisch korrektes Büro, Atelier und Ladenräume
8 Anpassung der Selbstverpflichtungen an Branchen-Entwicklungen

Wer sich detailliert informieren möchte, findet die Inhalte hier.

Es ist also gar nicht so einfach sich in der Textilbranche als Qualitätmerkmal Bio auf die Fahnen zu schreiben.
Für den Erwerb von Bio-Öko-Fair Trade-Stoffen habe ich in Berlin Prenzlauer Berg den Laden Siebenblau gefunden. Die hier verkauften Stoffe werden nach den Richtlinien des oben erwähnten IVN geprüft.

Freue mich über weitere sachdienliche Hinweise!!

3 thoughts on “Bio bei Textilien

  1. Wiebke, ich finde deinen Post richtig gut. Ich muss selber zugeben, dass ich mich mit dem Thema lange nicht beschäftigt habe und habe nun einen Einblick in das Thema Bio in Textilien.

    Im Zuge meines Posts “Wir leben gefährlich” habe ich den Arte Infotag rund um das Thema “Gift in Spielzeug” empfohlen. Darin war auch ein Bericht über eine Unternehmerin manomama, die a) auf Biomode setzt und b) noch dazu sozial produziert. Finde ich gerade auch für unser Thema sehr interessant. Ein eignerer Blog ist auch von ihr zu finden.

    Schau mal rein:
    http://www.manomama.de/blog/

  2. Hey,

    das ist mal eine ganz neue Sichtweise auf das Thema Bio. Finde ich super!

    Da Baumwolle knapp wird, muss die Bekleidung der Zukunft aus anderen Materialen hergestellt werden. Die Grundlage sind dabei immer zellulosehaltige Fasern. Aus Bananen, Eukalyptus, Mais, Lotuspflanzen, Milchproteinen, Soja und Krabbenschalen lassen sich schon heute Stoffe weben. Textilexperte Andreas Engelhardt beschreibt die kritische Situation des Baumwollmarktes und beschäftigt sich ausgiebig mit der globalen Textilproduktion. Die zentrale Frage dabei: Wie geht man verantwortungsbewusst mit dem wachsenden Stoffbedarf der Welt um? Klingt spannend und passt bestens zu deinem Thema🙂

  3. Super aktueller Anlass: Berlin Fashion Week!!! Ist das Thema Nachhatligkeit auch bereits bei Textilien angekommen?

    Man kann annehmen, ja, glaubt man den Berichten rund um das einwöchige Event. Selbst dafür wurde ein Showroom eingerichtet, der nur Labels, deren Kollektionen mindst. 60 % nachhaltig sind vorstellt.
    http://green-showroom.net/#&panel1-3

    Dabei werden folgende Kriterien als Maßstab gesetzt:

    1. ORGANIC – Verwendung ökologischer Materialien

    2. SOCIAL – ethischer Aspekte in Arbeitsprozessen

    3. RECYCLING – Wiederverwendung von Materialien

    4. INNOVATION – Einbringen neuer Technologien und Funktionen.

    Das alles findet man im Adlon. Hier fragt sich vielleicht der ein oder andere, ob das Adlon selbst diesen Ansprüchen entspricht und somit der geeigneter Gastgeber sein kann? Was meint ihr?

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