Bio ist voll im Trend

Aber sind die grünen Lebensmittel wirklich gesünder?

Seit einigen Jahren schießen Biosupermärkte wie Pilze aus dem Boden. Besonders junge urbane Familien drängeln sich am Samstagnachmittag in den LPGs, Bio-Companies und Alnaturas des Landes um ihre Wocheneinkäufe zu erledigen.

Laut einem Artikel der Zeit ist dieser Trend, auch wenn im Zuge dessen viele kleine Bioläden durch große Biosupermarktketten verdrängt werden, doch generell als positiv zu bewerten.
http://www.welt.de/wirtschaft/article5611610/Der-Siegeszug-der-Biolebensmittel.html

Damit ein Produkt ein Bio-Siegel tragen darf, muss es strenge Kriterien erfüllen:
http://www.helmholtz-muenchen.de/fileadmin/FLUGS/PDF/Themen/Ernaehrung/Biolebensmittel.pdf

Auch der Handelsverband Deutschland kommt bei einer Studie aus dem Januar 2012 zu dem Ergebnis, dass das Gesundheitsbewusstsein der Deutschen in den letzten 10 Jahren immer weiter zugenommen hat und dies eine Veränderung des Lebensmittelangebotes in Richtung biologisch und ökologisch verantwortungsvoll erzeugten Produkten nach sich zieht.
http://www.einzelhandel.de/pb/site/hde/node/1476868/Lde/index.html

Als Gründe für diese Entwicklung lassen sich unterschiedliche Antriebskräfte finden.

Der vielleicht wichtigste Grund ist das gestiegene Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung. Auch wenn in der Regel für Bio-Produkte etwas mehr bezahlt werden muss, ist immer mehr Menschen eine gesunde Ernährung für sich und die Familie ein wichtiges Bedürfnis.

Eine weitere Ursache für den Griff zu ökologisch unbedenklichen Produkten, die ohne künstliche Aromen oder ohne Einsatz von Pestiziden hergestellt wurden, ist die wachsende Zahl an Allergien und Unverträglichkeiten. So sehen viele die Ursache ihrer Beschwerden in „verseuchten“ Lebensmitteln oder Kosmetika und entscheiden sich aus diesem Grund für den Einkauf von „Sauberen“ Erzeugnissen.

Weitere Gedanken zu diesem Ansatz unter:
http://blog.purenature.de/nahrungsmittelallergien-intoleranzen/bioprodukte-ein-trend/

Auch wenn eine Studie der Stiftung Warentest aus dem Sommer 2010 zu dem Ergebnis kommt, dass Biolebensmittel nicht wirklich besser schmecken oder gesünder sind, kann doch ein entscheidender Vorteil belegt werden.

So sollten die positiven Auswirkungen auf  die Umwelt bei biologisch verantwortungsvoll produzierten Lebensmitteln nicht außer Acht gelassen werden. Kommt doch der verringerte Einsatz von Pestiziden, Düngemitteln und Antibiotika der Natur und ihrer Regeneration in beträchtlichem Umfang zu Gute.
http://www.test.de/presse/pressemitteilungen/Biolebensmittel-Bilanz-aus-85-Tests-weniger-Pestizide-aber-qualitativ-nicht-immer-besser-4100492-0/

Weitere Infos zu diesem Thema:
http://www.stern.de/ernaehrung/gesunde-ernaehrung/biolebensmittel-besser-essen-615751.html

Nicht nur bei Lebensmitteln, sondern auch in anderen Konsumgüterbereichen ist der Trend zu fair gehandelten und nachhaltig produzierten Artikeln erkennbar.

Mit der Frage, ob der Bio-Trend auch bei anderen Produkten des täglichen Bedarfs hinterfragt werden sollte, beschäftigt sich bei nächster Post.

3 thoughts on “Bio ist voll im Trend

  1. Ich finde, dass du einen guten Blog geschrieben hast, der mich zu weiteren Nachforschungen angeregt hat.

    Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass wir uns als Konsumenten viel mehr mit dem Thema im Alltag auseinandersetzen sollten. Doch oftmals – so auch bei mir – wird aufgrund von Zeitmangel, Informationsüberflutung oder schlicht auch Bequemlichkeit die Thematik ausgeblendet.

    In gewisser Weise setzt das Start up Biobox hier an. Und so einfach geht es laut den „Machern“ von Biobox: auf http://www.biobox.me anmelden und du bekommst alle 2 Monate Bioprodukte zugesendet und kannst die dann einfach ausprobieren und nachbestellen.

    Michael Drescher, Geschäftsführer bei Biobox stellt sein Unternehmen in einem Interview kurz vor. http://www.muenchen-querbeet.de/ueberregional/biobox-bio-produkte-testen-box-interview-michael-drescher

    Aber auch bei unserem Unternehmen Warmbier finden wir in der Unternehmensvision die Thematik „BIO“ wieder. Denn kann nicht auch das „gute grüne Gewissen“ ein Verkaufsargument sein?

    Der Blog von fashioboxx beschäftigt sich mit Bio-Baumwolle und gibt einen ersten Einblick http://www.fashionboxx.net/bio-baumwolle/

    Auch große Konzerne beschäftigen sich mehr und mehr mit nachhaltigen und biologischen Produkten. http://www.faz.net/frankfurter-allgemeine-zeitung/wirtschaft/die-textilbranche-denkt-um-11372026.html Der Artikel ist zwar aus 2011, aber spannend ist die Frage, wie die Unternehmen nun wirklich reagieren?

    Puma geht meiner Meinung nach als ein gutes Beispiel voran. Der Artikel ist aus Oktober 2012: http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:nachhaltigkeit-puma-nimmt-auszeit-im-gruenen/70101437.html
    So belastet Pumas ökologischer Freizeitschuh die Umwelt 1/3 günstiger als herkömmliche Lederschuhe und ist zu 100% kompostierbar.

    Interessant finde ich auch, dass der Verband Textil + Mode (seit) 2011 http://www.textil-mode.de/deutsch/textilmode-Innovationspreis/Teilnahmebedingungen-2011/K501.htm zusammen mit der Messe Frankfurt im Rahmen der Innovationspreise auch einen Sonderauszeichnung für „Nachhaltiges Design“ vergibt. Leider nimmt der Verband hierzu leider keine weitere Stellungnahme auf seiner Homepage. Warum erst jetzt? Warum Sonderpreis?

    Auch Greenpeace hat einen Ratgeber für ökologische Kleidung herausgebracht. http://www.greenpeace.de/themen/chemie/nachrichten/artikel/giftfreie_mode_ist_am_guetesiegel_zu_erkennen/

    Ich hoffe, dass ich noch ein wenig Input für deinen weiteren Blog liefern konnte.😉

  2. Dein Artikel hat ein Thema aufgegriffen, mit dem ich mich immer mal wieder beschäftige, danke :-)! Dass wir Menschen keine rationalen Wesen sind habe ich inzwischen zu akzeptieren gelernt. Was ich mich beim Thema Bio immer Frage ist, ob die Bio Jünger tatsächlich auf gutes Essen Wert legen oder einfach nur hip und groovie sein wollen. Wird der Bio Laden zum Wochenend Laufsteg?
    Des Weiteren beschleicht mich manchmal das Gefühl, das beim Gang um die grüne Ecke ein Stück Selbstbetrug stattfindet! Geht die hippe Ökotante nun dahin, um “etwas Gutes” für die Welt zu tun?

    http://www.news.de/gesellschaft/855030214/mehr-ego-als-oeko/1/

    Des Weiteren ist es löblich, dass auf dem (schrumpligen🙂 ) Apfel weniger Pestizide und andere Gifte zu finden sind! Leider habe ich schon über andere Zusätze gelesen, die von dem Bio Siegel nicht ausgeschlossen werden und unter Umständen gesundheitsschädlich sein können:
    http://www.foodwatch.de/kampagnen__themen/biolebensmittel/zusatzstoffe/index_ger.html

    Für mich als bestenfalls grüner Aushilfs Sheriff stellt sich oft die Frage, welches Siegel mir denn nun was aussagen möchte. Vielleicht helfen da solche Übersichten:
    http://www.feelgreen.de/diesen-bio-labels-koennen-sie-vertrauen/id_48353630/index

    Leider bereiten die “von glücklichen Hühnern” gelegten Bio Eier nicht immer nur dem Geldbeutel schmerzen:
    http://www.mdr.de/fakt/bio-eier102.html

    Aus welchem Beweggrund man sich auch für Bio Produkte entscheiden mag … generell begrüße ich es, dass der hoch industriellen Lebensmittelindustrie etwas entgegen gesetzt wird. Hier besteht natürlich auch die Gefahr, dass – wie schon teilweise geschehen, sich Geschäftemacher an den höheren Preisen bereichern oder die etablierten Hersteller sich einfach tiefer aufstellen und BIO Produktlinien anbieten.
    Durch den komplett nachhaltigen Anbau kann vermutlich kein größeres Land sich selber versorgen, schon allein aus Platzmangel nicht!
    Des Weiteren umfliegen genmanipulierte Pollen auch (noch nicht ) die Bio Felder! Insel denken allein reicht hier leider nicht!

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