Eine Cash Cow für Gründer

Beim studieren des Businessplans wurde klar, es handelt sich um hochwertige Premium Produkte die in sich auch noch sehr speziell sind. 50iger Jahre Petticoat’s. Die exklusiven Stücke sind aus hochwertigen Materialien Hand gefertigt, fair trade und daher nicht billig für den Gründer und den Endkonsumenten. Zu dem bedarf es einer speziellen Zielgruppe, die genau so etwas sucht und schon immer haben wollte. Für normale Menschen ein absolutes high involvement Produkt! Denn so ein Petticoat kauft man sich nicht einfach so ohne groß darüber nach zu denken, ob man es wirklich braucht bzw. sich leisten kann. Dazu kommt noch, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Kunden sich jede Woche oder jeden Monat ein solches Petticoat kaufen ziemlich gering ist. Also echte Fans wird es sicher geben, aber die gilt es erst mal zu gewinnen, um dann evtl eine erlesene Stammkundschaft aufbauen zu können. Das braucht Zeit und Geld.

Die Überlegung ist folgende:

Die klassische BCG Matrix ist bestimmt jedem ein Begriff. Würde man die Produkte in diese Matrix eintragen und die Achsen entsprechend umbenennen z.B. in Lagerumschlag und Kunden-Involvement, wären die Petticoat’s zur Zeit noch absolute Question Marks. Question Marks brauchen wachstumsorientierte Strategien, sehr hohe Marketinginvestitionen und Zeit um Stars werden zu können. Und sind sie endlich Stars, ist mit hohen Investitionen auch nicht Schluss, denn Fans wollen entertained werden… never-ending-story.

Irgendwie fehlt hier eine Cash Cow. Ein Produkt das wenig Herstellungskosten, wenig Risiko und wenig Investition für den Gründer bedeutet. Auf der anderen Seite muss es ein low involvement Produkt für Kunden sein, das jeder gern und ohne lange darüber nachzudenken mit nimmt. Etwas das kontinuierlich Geld in die Kasse bringt, flexibel ist und der “Financiere“ der Stars ist. Trotzdem soll es natürlich in die Unternehmensstrategie der Gründer passen. Ich hätte da auch schon eine Idee … ;-)

Allerdings, wie seht ihr die Übertragbarkeit einer BCG Matrix auf ein Gründerunternehmen? Die klassische BCG funktioniert ja mit Marktwachstum und Marktanteil an den Achsen und ist eigentlich ein Analyseinstrument für etablierte Unternehmen mit verschiedenen Produkten. Oder kann man sagen, die BCG Matrix könnte Prognosecharakter haben und sinnvoll für Gründer sein?

Ist es ein geeignetes Instrument, welches für Gründer rechtfertigen kann evtl. eine kleine und neue SGE zu kreieren?

J.

3 thoughts on “Eine Cash Cow für Gründer

  1. Eine BCG Matrix für “Warmbier”? Spannender Gedanke und das zeigt sehr gut, was im TF möglich ist. Das Gelernte aus dem Studium in der Praxis zu testen. Ist es hilfreich? Bringt es mich und das Unternehmen bei unseren Projektzielen weiter. Klasse!

  2. Ich denke nicht, dass Pettycoats Question marks sind….denn ich sehe die Marktpotenzial-Perspektive (Marktanteil bei BCG, etwas breiter verstanden: Zukunftsperspektive des Marktes) nicht sonderlich hoch.

  3. Auf der Suche nach einer Antwort zu meinem Ansatz habe ich folgende interessante Literatur gefunden:

    Tokarski, Kim Oliver / Volkmann Christine K. (2006); Entrepreneurship – Gründung und Wachstum von jungen Unternehmen; Lucius & Lucius; Stuttgart; Seite 415

    Ein dicker Schicken, aber sehr zu empfehlen!

    Dort schreibt man über die klassische BCG Matrix (rel. Marktanteil und Marktwachstum), dass sie zum einen die Ist-Situation der Position von Produkten abbildet und zum anderen auch ein zukünftiges Soll-Portfolio sein kann – was für ein Gründungsunternehmen ja schon mal denkbar wäre.

    Des weiteren heißt es, die “originäre” BCG Matrix sei nicht geeignet für Gründer.
    “Allerdings können aus diesem Grundmodell Analysen und Ansätze für junge Unternehmen, die in neue Geschäftsfelder investieren wollen oder bereits in mehreren Geschäftsfeldern tätig sind, abgeleitet werden. Wichtig ist hierbei, dass eine Visualisierung bereits bestehender strat. Geschäftsfelder vorgenommen wird. (…) Diese Visualisierung kann als eine mögliche Entscheidungshilfe für Formulierung von Wachstumsstrategien dienen” Hmmm.. das ist schon mal nicht schlecht, aber wie steht es mit der Umbenennung der Achsen?

    Rüggeberg, Harald (2003); Marketing für Unternehmensgründer; Gabler; Wiesbaden; Seite 216

    Dort sind die Achsen tatsächlich umbenannt worden in Lagerumschlag und Deckungsbeitrag.

    Die BCG Matrix eignet sich also durchaus für ein Gründungsunternehmen. Sie kann als Prognoseinstrument und Ausgangsmodell eingesetzt werden. Die Achsen können angepasst werden und in Zusammenhang mit den noch zu ermittelnden Zahlen mögliche strategische Entscheidungen in der Produktpolitik unterstützen.

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