Urheberrecht

Ist der Schutz geistigen Eigentums veraltet und kleingeistig?

Vor einigen Monaten tobte die Diskussion zum Thema Urheberrecht.
Die Piraten Partei vertrat die Meinung: „Die Kunst dem Volke – und zwar gratis“, woraufhin sich viele Kreative und vor allem Musiker in ihren Grundrechten bedroht fühlten.

Sven Regner, Autor des Bestsellerromans Herr Lehmann und Frontmann der erfolgreichen, deutschsprachigen Band Element of Crime, war einer der Mutigen, die sich öffentlich gegen die Pläne der Piratenpartei äußerte.
Ohne die Einnahmen aus Tantiemen und Gema, so Regner, wäre es vielen Künstlern nicht möglich ihrer Kunst nachzugehen.

Viele andere Musikschaffende teilen seine Meinung, scheuen sich aber öffentlich etwas gegen illegale Musik Downloads zu sagen. Sie sind besorgt als uncool oder out abgestempelt zu werden, was mit sinkenden CD-Käufen und leeren Konzerthallen abgestraft werden könnte.

Die vorherrschende Meinung einiger Gema-Kritiker scheint, dass Musiker zu sein doch Spaß mache und somit doch kein Beruf sei. Irrtum, auch Musiker haben ggf. eine Familie, die sie ernähren müssen und Fixkosten, die monatlich bezahlt werden müssen.
Und ist es nicht im Sinne der Konsumenten ihnen die finanzielle Freiheit zu geben sich um neue Projekte, neue Aufnahmen oder Live Tourneen zu kümmern, statt sich mit einem Job nebenbei den Lebensunterhalt zu verdienen?

Im Urheberrecht Paragraph 7 heißt es: „Urheber ist der Schöpfer eines Werkes“.
Gemäß der Piratenpartei ist es kleingeistig und ein veraltetes Verständnis von geistigem Eigentum Gratis-Downloads abzulehnen.Marek Lieberberg, dem größten Europäischen Konzertveranstalter, ist das Vorhaben der Piraten ein Rätsel: „ Das ist die Pervertierung des Freiheitsbegriffs, zu sagen, das Wertesystem vom intellektuellen Eigentum soll aufgelöst werden.“

Ein Punkt der tatsächlich erneut kritisch hinterfragt werden sollte, ist der Verteilungsschlüssel nach dem die Gema ihre Einnahmen ausschüttet. Zur Zeit erfolgt die Ausschüttung nach einen sehr komplizierten Schlüssel, der einer relativ kleinen Gruppe von Künstleren bzw. Produzenten einen verhältnismäßig großen Anteil der Einnahmen zu spricht.

Auch die neuen Regelungen zur erhöhten Gema-Abgabe für Veranstaltungsstätten, wie Bars und Clubs, scheint mir höchst fragwürdig.

Dieses wichtige, höchst interessante Thema wird sicher noch lange für hitzige Diskussionen sorgen. Hoffentlich kommen die Entscheider dieser Fragestellung zu einer für alle Beteiligten und Betroffenen akzeptablen Lösung!

4 thoughts on “Urheberrecht

  1. Ich habe diese Diskussion bisher so verstanden, dass die Piraten unter anderen die Knebelung durch die Gema abschaffen wollen. Konkret soll wohl jedem Künstler freigestellt werden, ob er sich der Gema anschließt oder eben nicht. Momentan kann sich ein Künstler nicht einmal aussuchen, ob er nur bestimmte Werke durch die Gema “schützen” läßt. Nicht Gema Mitglieder müssen Ihre freien Downloads der Gema melden und nachweisen, dass es sich um nicht geschütze Werke handelt.
    Momentan profitieren eh nur die “großen” Künstler von dem System der Gema, die mit Ihren Pop-Trash für Lärmbelästigung in der Nähe eines Rundfunkempfängers sorgen.
    Aus meiner Sicht hat die Musikindustrie einfach völlig das 21. Jahrhundert verschlafen. Nach dem unerträglichen Nörgeln, Raubkopierer würden den Musikern Milliarden $ an Verlusten jedes Jahr bescheren folgte die Abmahnwelle. Über diese These kann man sich vermutlich den ganzen Abend über streiten.
    Fakt ist, dass die meisten Menschen gar nicht die Kaufkraft aufbringen können, sich die Inhalte, die sie, zugegebener Maßen im rechtsfreien Raum, herunterladen. Von daher sind diese astronomischen Zahlen des angeblichen Verlustes einfach Quatsch. Aus eigener Erfahrung, die auch für meine Freunde und Bekannten zutrifft kauft man auch weiterhin CD’s, WENN die Qualität des jeweiligen Werkes den individuellen Geschmack trifft. Das Konzept der Gema scheint eher darauf zu basieren, dass so viele Tonträger wie eben möglich (zum Teil unausgereift oder von der Stange) auf den Markt geworfen werden, damit das Konsumvieh eben viel zu tun hat. Außerdem finde ich es falsch, dass jeder Käufer eines Druckers, USB-Sticks etc. pauschal als Raubkopierer verdächtigt wird. So verdient die Gema einfach bei jedem Drucker, Datenträger etc mit.
    Auf einem bekannten Video Portal findet Ihr da etwas unter “Bohlen Steuer”🙂

  2. Ich bin kein Experte auf diesem Gebiet – eher Leihe – , aber durch die Presse habe ich schon einige Eckpunkte mitbekommen und für mich stellt sich eine Frage, welches Lager „pro oder contra – Urheberrechte“, um nicht zu sagen Lobby, kann bestimmte Entscheidungen bei den gewissen Gremien (u.a. politischen Entscheidungsträgern) besser beeinflussen und seine Interessen entsprechend platzieren? Bitte nicht falsch verstehen, dies soll keine politische Diskussion oder ähnliches sein.🙂

    Für mich haben sich weiterhin die Fragen ergeben: Welche Interessen vertritt die Gema? Wie viele Künstler sind über die Gema (prozentualer Anteil am Gesamtanteil der Künstler in Deutschland) „organisiert“?

    Diese Fragen kann ich aber auch für die andere Seite („contra-Urheberrecht“) entsprechend formulieren.

    Kann durch das Urheberrecht tatsächlich der Künstler geschützt werden? Hierzu wird es aus beiden Lagern unterschiedliche Meinungen geben. Sicherlich interessant wären hierzu (unabhängige) wissenschaftliche Studien. Eine Studie konnte ich über den „Spiegel“ recherchieren.
    http://www.cippm.org.uk/publications/alcs/ACLS%20Full%20report.pdf

  3. Hi Leute,

    ich schließe mich der Meinung an, dass Kunst nicht gratis sein darf. Musiker ist genau so ein harter Beruf wie viele andere auch. Nicht nur das Musiker auch eine Familie und Fix Kosten haben, die Produktion von hochwertig arrangierter musikalischer Werke ist verdammt teuer und sehr aufwendig. Arrangiere, Produzenten, Studiokosten, Musiker, Equipement, Organisation…. bis so ein Album steht, kostet das bestimmt viel Geld. Dabei sind das die entscheidenden Faktoren dafür, dass wir als Konsumenten was wunderbares auf die Ohren kriegen und die Qualität stimmt. (Bohlen Fans ausgenommen)

    Klar haben die Plattenfirmen verschlafen oder sie haben die Gefahr nicht kommen sehen..
    Ganz nach dem Motto:

    “Wenn man die Leute gefragt hätte, was eine richtige Innovation zur Fortbewegung ist, hätten sie gesagt: Schnellere Pferde” (Henry Ford)

    Nun muss der Schaden wieder ausgeglichen werden! Ratet mal wer das am Ende des Prozesses wirklich sein wird?!

    Bereits Anfang 2013 sollen die Kosten für die Nutzung von Musik um ein Vielfaches erhöht werden. Sämtliche Vereine, Restaurants, Clubs, Bars und Shops sind betroffen.
    Beispiel der Dimension: Eine Großraumdisco die bisher 50.000 Euro jährlich an die Gema überwiesen hat, wird ab 2013 ca 500.000 Euro blechen müssen.

    “Entweder schließen oder die Preise für die Endkunden erhöhen” sind die Aussagen der Betroffenen.

    Quelle: http://www.chiemsee-nachrichten.de/zet_report_461_47113_1.html

    Die Moral der Geschichte:
    Geld gespart durch download und Kopie? Am Ende zahlst du dennoch drauf! Pay Back Time!

    J.

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