BWL im Kopf schlägt Kreativität?!

Hallo liebe Leute,

ich freue mich auf das gemeinsame Blogging Erlebnis mit Euch! Ich für meinen Teil, bin ein absoluter Neuling auf diesem Gebiet und ehrlich gesagt habe ich bisher immer einen Bogen um Bloggings und Foren gemacht..😉 Das hab ich nun davon! Um meine inneren Barrieren zu überwinden poste ich nun ein erstes Thema …

Vor zwei Wochen haben wir über eine sehr interessante Aussage aus dem Buch „Kopf schlägt Kapital“ gesprochen.. Unter anderem heißt es dort, brutal ausgedrückt, „BWL zerstört die Kreativität!“ Da mich diese These nicht mehr los gelassen hat, würde ich Euch gern einladen etwas darüber zu diskutieren.

Ich habe folgendes Erlebnis zu berichten:

Bevor ich anfing an der HWR zu studieren, stufte ich mich vehement als absolute Kreativ-Person ein. Ich arbeite im kreativen Bereich, ich habe kreative Hobbys, ich habe kreative Freunde und naja, meine Gedanken und Ideen kreisten nur so um alles Kreative.. wenn Ihr versteht. Ganz klar, Marketing wäre mein Fach! Im laufe des Studiums ergab sich folgendes Phänomen: Meine besten Noten bekam ich in allen mathematischen Fächern!! Unglaublich! Während die Kreativen ein wenig dahinter zurückblieben.. Hmmm. Daraus folgte das ich sogar Controlling/Accounting als Vertiefung gewählt habe. Noch vor zwei Jahren, hätte ich jedem der mir dies prophezeit hätte für verrückt erklärt.

Keine Frage, auf der einen Seite freue ich mich über den neu entdeckten Kontinent, auf der anderen Seite fühlt sich das Heimatland, die Kreativität, seit her irgendwie verweist an.

Dieses Semester habe ich endlich meine zwei Nebenvertiefungen im Marketing gewählt und echte Probleme sind aufgetaucht. Es ist als würde die Ideenfindung sowie der kreative „hau-raus-Mechanismus“ nur sehr schwer in Gang kommen. Die mathematischen Fächer letztes Semester waren so intensiv (im Traum habe ich ständig Formeln aufgestellt), dass es sich anfühlt, als hätten sie mich in ihren Bann der Zahlen und Gesetze gezogen und meine kreative Seite befallen. Wie ein kleiner Virus. Der BWL-Virus?

Lassen wir zu, dass ein Studium uns der Art formen kann, dass wir Fähigkeiten und Talente, die schon vor dem “studieren” in uns steckten, in eine Art Dornröschenschlaf schicken?

J.

5 thoughts on “BWL im Kopf schlägt Kreativität?!

  1. Hallo J.!
    Danke, dass du den Anfang gemacht hast. Es geht mir ähnlich wie dir, mit dem Blogging muss ich mich erst noch anfreunden.
    Und auch was deine Thematik angeht, kann ich bei mir Parallelen feststellen.
    Seit dem ich das BWL-Studium begonnen habe, erwische ich mich immer wieder dabei Ideen sehr rational zu sehen, vielleicht manchmal zu rational. Ideen brauchen aber Raum um wachsen und gedeihen zu können. Zum Glück merke ich es meistens und versuche dann entgegenzuwirken.
    Denn gerade in einer Kreativbranche wie der Musikindustrie lässt sich nicht alles vorausplanen und berechnen. Manchen Projekten muss man einen Vertrauensvorschuss geben, auch wenn sich nicht von Beginn an eine hohe Rendite abzeichnet…
    Ein weiterer Punkt bei dem ich merke dass meine Kreativität leidet, ist der durch das BWL-Studium sehr eingeschränkte Zeitfaktor.
    Durch das Abendstudium und meine Arbeit, die ich tagsüber bewältigen muss, bleibt gerade noch Zeit die Gundbedürfnisse zu befriedigen. – Schon wieder so ein BWLer Satz! ☺
    Und wie bereits erwähnt, braucht Kreativität Zeit und Raum um sich zu entfalten.
    Aber das würde mir wohl mit jeder anderen Studienrichtung ähnlich gehen und kann somit nicht ausschließlich auf die BWL geschoben werden.
    Deshalb bin ich zuversichtlich, dass das besser wird, sobald ich wieder über mehr freie Zeit verfüge!

  2. Hey Leute,

    tja, das wissenschaftliche Arbeiten hinterläßt seine Spuren..

    Aber im Ernst: mir hat dieses Studium bisher so viel mehr gegeben als ein paar Formeln und Zahlen. Es prägt mich jeden Tag aufs Neue – auch, weil ich mit Menschen wie Euch zusammen arbeiten und von Euch lernen darf.
    Allgemein stelle ich fest, dass ich strategischer und analytischer an Dinge und Aufgaben herangehe, als ich das bisher getan habe.
    Man kann also sagen, dass man aufgrund der neu erworbenden Techniken vielleicht manchmal “Mühe” hat, umzuschalten. Und genau dort liegt vielleicht der Hund begraben (wuff!)! Das Kreative kann man eben nicht per Knopfdruck und nach Belieben hervorzaubern. Die “Sicherheit” der genauen Abläufe, des strukturierten Vorgehens gibt es hier (zum Glück😉 ) eben nicht.
    Ich für meinen Teil durfte das eine oder andere Mal in meinem Leben schon herausfinden, dass sich manche Dinge nicht erzwingen lassen. Die möchten nämlich ganz ohne Zwang / Druck entdeckt werden … !🙂
    Nur, weil man in etwas “gut” ist sollte der Spaß auf keinen Fall zu kurz kommen!

    Viele Grüße,
    Flo.

  3. Hallo Julia,

    du sprichst ein wirklich interessantes Thema an, das auch mich eine ganze Weile beschäftigt.

    An deine Fragestellung anknüpfend stellt sich die Frage, was ist Kreativität überhaupt? Wie würdest du Kreativität definieren? Lässt sich Kreativität messen und objektiv bewerten?

    Bisher konnte ich mir die Fragen noch nicht abschließend beantworten, aber wohlmöglich finden wir im laufende des Semesters – vielleicht auch erst viel später – gemeinsam Lösungen oder Lösungsansätze.

    Meiner Meinung nach schließt sich BWL und Kreativität nicht unbedingt aus. So habe ich durch das Studium einen etwas anderen Blick auf Problemstellungen oder Themen erhalten, die ich vorher vermutlich anders gesehen und bewertet hätte.

    So deute ich beispielsweise Kennzahlen aus dem Jahresbericht meines jetzigen Arbeitsgebers schneller bzw. anders und kann mir daraus auch (persönliche) Schlussfolgerungen ableiten. In gewisser Weise ist damit die eigene Kreativität gefordert. Somit wären wir wieder bei der Definition von Kreativität.

    Zu deinem Thema habe ich auch einen interessanten Artikel im Netz gefunden. http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/berliner-kreativszene-armut-ist-auf-dauer-unsexy-a-776024-2.html

    Vielleicht bekräftigt dich dieser Artikel in der Wahl deines Studienfachs😉

    Für mich stellt sich noch eine weitere Frage, die wir gerne noch diskutieren können.

    Inwieweit ist Kreativität überhaupt in der Wirtschaft erwünscht? http://www.cicero.de/berliner-republik/deutsche-wirtschaft-die-verzweifelte-suche-nach-der-kreativen-klasse/51417

    Beste Grüße

    Christian

  4. In der Tat ist der Faktor Zeit im kreativen Prozess wichtig. Ich ertappe mich selbst immer wieder dabei, den Tag zu voll zu packen und dann leidet die Kreativität. Also: weniger Termine – nur wie geht das? In diesem Sinne – prima Start in den Blogalltag – nur schwarze Schrift auf schwarzem Bild geht leider nicht zu gut🙂

  5. This is just great!

    We all have these wonderfully complex personalities and competencies, and our job, societies, likely many of those in our professional and friendship circles, and we ourselves are ambivalent about them. They present us all with great mystery (“am I me, or am I in Miami?” — Martin Mull) and all manner of problems. Society — ok, “capitalism” — drives us all forward towards production: more, bigger, faster, the every-expanding pie, GNP, etc., etc, and we do our part, but something is missing, we suffer … until we do something about it, or?

    In my first teaching job, in the fall of 1978, in a private, very privileged high school in Connecticut/USA, researchers from Carol Gilligan’s group (part of the 1970s feminist expansion of the revolution in the field of cognitive psychology at Harvard) visited our school and confronted the faculty with statistics indicating that the teenage girls were, according to the statistics (but not according to our prejudices) were much better at math than the boys. And they wanted to know what we were going to do about it.

    Stories, like life, can be really good when one plots conflicts or contradictions — two or more plot lines, or elements of character — and then sets them into play.

    And these days many of us in business and business education are trying to integrated such complexities for competitive advantage.

    So I’m looking for our “theme song”, not finding it, and so need some help.

    The history of Berlin features these two sides in spades.

    During the day, the place often looks and feels like it is still being run by the Prussian quartermaster’s office, with all manner of bvg that runs on time, logistics, production, consumption, etc., etc., like clockwork, like Ruttman’s “Berlin: die Symphonie der Grossstadt” (http://www.youtube.com/watch?v=5ej84nN1WcE).

    At night, we have the fabulous night life, and for that my favorite film/theater piece is Linie_1 (http://www.grips-theater.de/stuecke/jugend/repertoire.linie/repertoire.linie.video.).

    What I’m looking for is an expression of what we’re trying to do in Berlin when we would integrate our creative and other — mathematical, organizational, entrepreneurial — sides as Julia describes here.

    The best I’ve got so far are the Mac vs. PC advertisements emphasizing integration, for example:

    Genius: http://www.youtube.com/watch?v=NC9hv3ema5s
    Networking: http://www.youtube.com/watch?v=YHv-CLGZwxY
    Better Results: http://www.youtube.com/watch?v=fN_Y6yyqvS8&feature=relmfu
    Counselor: http://www.youtube.com/watch?v=o7_C0hn8F5M&feature=relmfu

    Anybody got something better?

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